2017-09-25 Trauerzeremonie

Vieles ist ganz anders

Beim Treffen am 19. September ging es dieses Mal um eine Trauerzeremonie in Thailand. Yaowanute hat den Besucherinnen an diesem Abend einige Bilder von der Bestattungsfeier für ihre Mutter gezeigt.

Yaowanute erklärt die Schrift
auf ihrem Polo-Hemd:
darauf stehen der Name
und das Alter der Mutter.

 

Die Trauerfeier hat insgesamt neun Tage gedauert. In den ersten sieben Tagen wurde nach buddhistischer Sitte am Mittag an Mönche Essen gespendet und am Abend gebetet.

 

 

Am achten Tag wurde eine große chinesische Zeremonie mit vielen Priestern in bunten Gewändern abgehalten.
Weil Yaowanutes Mutter 102 Jahre alt geworden ist, musste man bei der chinesischen Zeremonie keine schwarze Trauerkleidung tragen, statt dessen haben alle Familienmitglieder ein hellblaues Polohemden angezogen.

Die Zeremonie an diesem Tag hat von 14 Uhr nachmittags bis 22 Uhr abends gedauert. Ungefähr alle 20 - 30 Minuten wurde eine Pause eingelegt, in der sich die Trauernden mit Essen und Trinken etwas erholen konnten. Der Tag schloss mit einem großen Feuer im Tempelhof ab. Hier wurden viele Gaben verbrannt, damit die Verstorbene im Himmel mit allem notwendigen versorgt sein sollte, es waren Opfergeld und aus Papier und Bambus nachgebaute Gegenstände.

ein Haus für die Verstorbene
ein Haus für die Verstorbene

alles wird verbrannt
auf dem Hof des Tempels wurden
die Gaben per Feuer in den Himmel gesandt

 

Im gemeinsamen Gespräch haben wir dann darüber diskutiert, welche Bedeutung in den verschiedenen Herkunftsländern den einzelnen Riten zugeschrieben wird. Dabei haben wir viele Ähnlichkeiten festgestellt aber auch gemerkt, dass doch auch in den einzelnen Ländern vieles ganz anders ist.

 

 

Jenny konnte auch noch einiges über den Gott des Totenreiches "Yama" erzählen.

 

 

Und am neunten Tag schließlich war die Überführung zum Friedhof.

Viele Teile der Zeremonie kannten Jenny und Tao aus ihrer Heimat. Jenny meinte, dass in China eine Trauerzeremonie aber nur ein paar Tage dauert. Tao erkannte den Wächter der Totenwelt bei der Zeremonie wieder. Sabine war sehr erstaunt, denn in Deutschland kann man sich so eine Beerdigung nicht vorstellen. Latha erzählte, dass die Beerdigung in Sri Lanka auch ganz anders ist. Im nächsten Jahr wird sie einen Abend darüber gestalten.

Es war für alle Besucherinnen an diesem Abend eine neue Erkenntnis, wie man in Thailand trauert.

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